Was Unternehmen zum Pride Month machen können

Jun, 2021 , 4 min


Vom Regenbogenfilter auf Instagram, zum Unternehmenslogo in Regenbogenfarben, zur Limited Edition im bunten Design oder auf den Straßen und in den Fenstern der Stadt – im Pride Month Juni findet sich die Regenbogenflagge überall wieder. 

Unternehmen im Pride Month: Kommerzialisierung oder Empowerment?

In den letzten Jahren ist es bei vielen Unternehmen zum Trend geworden den Juni als Pride Month thematisch zu adressieren, z.B. in Form von Kampagnen, Social Media-Beiträgen oder Produkten im Regenbogen-Design. Leider stellt sich dabei oft die Frage, ob es sich tatsächlich um eine gesellschaftliche Positionierung handelt oder vielmehr um eine Pinkwashing-Marketingstrategie auf Kosten marginalisierter Gruppen. Denn obwohl eine erhöhte Sichtbarkeit der Regenbogenflagge prinzipiell positiv zu bewerten ist, verliert sie durch ihre inflationäre Nutzung auch an Bedeutung – schließlich handelt es sich hierbei um ein politisches Symbol und um kein Modestatement. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Dingen, die Unternehmen im Pride Month machen können, die darüber hinausgehen eine Regenbogenflagge zu posten. 

Ein Überblick: Der Pride Month und die Regenbogenflagge

Als Pride Month steht der Juni im Zeichen der Stärkung von LGBTQ-Rechten- und Stimmen sowie des Feierns von LGBTQ-Kultur. Im ganzen Juni soll Diversität und Vielfalt mit Paraden, Protesten, Performances und Gedenkfeiern gefordert, hervorgehoben und gefeiert werden. Dass der Pride Month im Juni ist, hängt mit dem Stonewall-Aufstand zusammen. Am 28. Juni 1969 kam es im The Stonewall Inn, einer beliebten Bar für Homosexuelle in der Christopher Street in New York, nach einer gewalttätigen Polizeirazzia zu tagelangen Protesten – den Stonewall Riots – gegen diese. Als Gedenktag an die Aufstände wurde 1970 die erste Pride Parade – der Christopher Street Day – gefeiert. Diese Geschehnisse bilden den Ursprung des Pride Months, in welchem einen ganzen Monat gedacht, erinnert und Vielfalt gefeiert werden soll. 

Die Regenbogenflagge ist das Symbol des Pride Months. Die ursprüngliche Flagge wurde 1978 von Gilbert Blake entworfen. Sie besteht aus sechs Farben, die jeweils eine eigene Symbolik haben: Rot steht für das Leben, Orange für den Geist, Gelb für die Sonne, Grün für die Natur, Blau für die Harmonie und Lila für den Geist. Mittlerweile wurde diese Komposition um weitere Farben ergänzt. 

An dieser Stelle möchten wir außerdem gerne auf Stimmen aus der LGBTQ-Community verweisen, die weitaus mehr als wir zum Thema Pride und Pride Month sagen können:

Was können Unternehmen tun

Viel wichtiger als nur im Pride Month zu gedenken, zu erinnern und zu feiern, ist es, dass Unternehmen, aber natürlich auch Individuen das ganze Jahr über Allies (Verbündete) sind. Wie kann das aussehen?

1. Ein Safer Space als Unternehmen werden: bevor eine Botschaft nach Außen gerichtet wird, lohnt sich ein Blick nach innen. Wie inklusiv sind wir als Unternehmen? Sind wir ein Safe Space? Was tun wir innerhalb des Unternehmens, um eine inklusive und diverse Kultur zu schaffen? Wichtige Ansatzpunkte sind hierbei das Checken und Überarbeiten von Diskriminierungsrichtlinien, interner Werte sowie des Mission-Statements - sprich der Unternehmenskultur als solche.  2. Weiterbilden: gerade für Unternehmen bietet es sich an, sich mithilfe von Diversity- und Inklusionstrainings von externen Anbieter*innen weiterzubilden. Erst, wenn ein gewisses Bewusstsein vorhanden ist, können interne Strukturen kritisch hinterfragt und verbessert werden.  3. Initiativen unterstützen: … und zwar nicht nur im Pride Month. Bundesweit gibt es eine Vielzahl an Initiativen, die sich für mehr Vielfalt einsetzen und dringend Unterstützung brauchen, z.B. in Form eines Fundraisings. Hier könnt Ihr Initiativen in Eurem Bundesland finden. 

Posten oder nicht posten: was machen wir zum Pride Month?

Der Pride Month ist ein bedeutsamer Monat mit wichtigen Werten, der auch für Unternehmen eine Möglichkeit darstellen sich gesellschaftlich zu positionieren und Support zu zeigen. Dennoch ist es wichtig kritisch zu bleiben, um kein Pinkwashing-Marketing zu betreiben: welchen Wert stifte ich mit meinem Post? Was ist meine Motivation? Nehme ich einen Raum ein, der mir nicht zusteht? Darüber hinaus ist der Pride Month ein wichtiger Anlass, um als Unternehmen zu hinterfragen: sind wir ein Safe Space, sind wir allies? 

Als Unternehmen schätzen wir Diversität sehr und glauben stark daran, dass Diversität jeglicher Art eine Stärke ist. Das ist ein fortschreitender Prozess, der nie abgeschlossen ist und bei dem wir uns immer selbst hinterfragen und weiterentwickeln. Das möchten wir nach innen – durch interne Werte und Weiterbildung  und außen – durch die Pride Flag von Daniel Qasar, die als Aufkleber an allen Türen unserer Workspaces hängt und symbolisieren soll, dass wir ein Safer Space sind, repräsentieren.