Eine Geschichte über den Schutz des Ozeans und das Wachstum Deines Unternehmens: Lernt Cleanhub kennen

Dezember, 2021


Das ökologische Engagement eines Unternehmens zu kommunizieren, ist ziemlich herausfordernd in einer Zeit, in der es WIRKLICH wichtig ist, nachhaltig und verantwortungsbewusst zu agieren. Unsere Unicorn-Nutzer*innen von Cleanhub möchten Euch gerne die Geschichte hinter ihrer Anti-Greenwashing-Garantie vorstellen.

Hi, wir sind Cleanhub und unsere Gründungsgeschichte beginnt mit der Vision, die Ozeane vor Plastikverschmutzung zu retten.

Wir besuchten finanzierte Projekte von großen internationalen Unternehmen, die äußerst fragwürdige Arbeitsbedingungen zeigten. Wir sahen Mülldeponien, die von Soldaten bewacht wurden, und ein Müllheizkraftwerk, das sich noch im Bau befand. Wir sprachen mit Müllsammler*innen, die auf Mülldeponien umherzogen und alles von Wert einsammelten, was sich verkaufen ließ. Wir sprachen mit Landwirte*innen, die 70 % ihres Viehs verloren hatten, weil das Wasser aus illegalen Deponien verseucht war. Wir trafen uns mit Deponiebesitzer*innen, NROs, Staatsbeamte*innen, kleinen Recyclingunternehmen, zwielichtigen Schrotthändler*innen und Wissenschaftler*innen, die in ihrem Hinterhof selbstgebaute chemische Recyclinganlagen testeten. Außerdem sahen wir Kinder, die barfuß über Schrott liefen.
Wir haben aber auch viele Menschen kennengelernt, denen unsere Umwelt sehr am Herzen liegt und die Teil der Lösung sein wollen.

Hier fängt die Geschichte von Cleanhub erst richtig an.

Der Anfang

Florin und ich - die Gründer von Cleanhub - arbeiteten für ein Tech-Start-up in Zürich. Unser privilegiertes Leben dort erlaubte uns, die Welt zu bereisen. Die häufigsten Aktivitäten auf diesen Reisen? Segeln, Surfen oder einfach nur ein kaltes Getränk an einem der schönen Strände in Südostasien, Afrika oder Lateinamerika genießen.
Auf den Reisen sind wir zum ersten Mal auf das Problem der Plastikverseuchung gestoßen. Überall wo wir hinsahen waren Berge von Plastik.

Das war der Moment, wo wir entschieden haben, dass wir unsere Arbeit nur noch dem Schutz und der Erhaltung der Ozeane widmen wollen - und zwar jeden Tag. 

Wir haben viel Zeit mit intensiver Recherche verbracht, nahmen an Konferenzen zur Kreislaufwirtschaft teil, besuchten Veranstaltungen von Plastik-Recycler*innen, waren bei Lobby-Meetings von Waste-to-Energy-Unternehmen dabei und Besuche vor Ort durften hier natürlich auch nicht fehlen - um nur einige Beispiele zu nennen..

Unser Fazit war somit: Um das Plastikverschmutzung-Dilemma zu lösen, müssen wir die Situation an den Orten verstehen, wo die Verschmutzung am schlimmsten ist - in Südostasien. 

Die Forschungsreise

Drei Wochen später saßen wir im Flugzeug auf dem Weg nach Indien. Während unseres Aufenthalts wohnten wir bei einer indischen Familie. Bei der Frage, ob sie denn wussten, was mit ihrem Abfall in der Tonne passierte, hatte zu unserer Überraschung niemand eine Antwort. Um der Frage auf den Grund zu gehen, beschlossen wir einem Müllsack der Familie zu folgen. Kurz darauf landeten wir auf einer Müllhalde, wo der ganze Abfall ohne jeglichen Schutz oder Behandlung auf landwirtschaftlichen Flächen lag. Um das Volumen zu reduzieren, wurden die Müllhaufen angezündet. 

Die Umweltbedrohung und die Belastung der menschlichen Gesundheit beginnt somit lange bevor das Plastik in die Meere gelangt.

Wir haben Menschen gesehen, die in den Müllhalden leben und ihre Familien dort gründeten. Wir sahen ganze Mülldörfer, in denen die Menschen den Abfall penibel durchsuchten, um noch etwas zu finden, was sie verkaufen können. 

Es gibt einen riesigen Schwarzmarkt, in dem Abfallsammler*innen unter unmenschlichen Bedingungen auf ungesicherten Müllhalden arbeiten. Ihre Aufgabe ist es Plastikflaschen und andere wiederverwertbare Kunststoffe zu sammeln, die letztendlich in hunderten kleinen Recyclingunternehmen in neue Produkte verarbeitet werden.

Das Hauptproblem

Folien, kontaminierte Kunststoffverpackungen und mehrschichtige Verpackungen wie  Chipstüten, Soßenpackungen usw. werden nicht von den Arbeiter*innen gesammelt. Das liegt daran, dass diese Materialien entweder nicht recycelt werden können oder schlichtweg keine Nachfrage nach den Produkten besteht. Das bedeutet: 

Szenario 1: Der Abfall wird offen auf kleine Hinterhöfe oder auf Mülldeponien verbrannt. 

Szenario 2: Der Abfall wird durch einen Monsun oder durch starke Windböen in die Natur getrieben und kann in das Abwassersystem gelangen - das hat zur Folge, dass der Müll durch die Flüsse direkt in den Ozeanen landet. Mehr als 90% davon sinkt in die Tiefen der Meere und verharrt dort womöglich für immer. 

Die harte Realität hat uns ziemlich getroffen. Uns wurde klar, dass Recycling allein hier nicht mehr ausreicht.

Wenn uns die Reise eines gelehrt hat, dann, dass nichts von Wert weggeworfen wird. Genau dieser Ansatz bildete die Grundlage für die Lösung. 

Der Ausweg - Der Aufbau einer Wirtschaft, in der Plastik zu wertvoll ist, um es zu verschwenden. 

Unsere Idee war es also, ein Äquivalent zum bereits bestehenden Plastik Recyclingkreislauf aufzubauen, speziell für das nicht wiederverwertbare Plastik, das von den Arbeiter*innen in Asien nicht gesammelt wird, weil es bis dahin keinen Wert hatte. 

Wir haben Recyclingfirmen gefragt, ob sie uns ihr aussortiertes Plastik, welches sie nicht recyceln können, verkaufen würden. Wir haben auch Müllsammler*innen gefragt, ob sie für uns das Plastik, welches sie normalerweise zurücklassen würden, für einen fixen Kilopreis einsammeln würden. 

Wir bekamen von beiden ein Ja.

Dann kam schon das neue Problem: Was machen wir nun mit dem ganzen Plastikmüll, den niemand haben möchte? Und wie sollen wir die Sammlung und Entsorgung des Plastikmülls  finanzieren?

Zurück in Europa, haben wir große Konsumgüterunternehmen folgende Frage gestellt: Wenn wir Euch eine Dienstleistung anbieten könnten, die zur Lösung des Plastikproblems dient, in dem wir recyclebaren Plastik sammeln und sicher entsorgen, wärt Ihr bereit dafür zu zahlen?

Auch hier bekamen wir ein Ja.

Gefolgt von vielen ‘aber’. 

Aber…wie könnt ihr garantieren, dass die Arbeiter*innen ohne Gefahren das Plastik einsammeln können?

Aber…wie könnt ihr garantieren, dass das Plastik ordnungsgemäß entsorgt wird?

Aber…wie können wir überprüfen, dass ihr die Dienstleistung tatsächlich erbringt?

Unsere Lösung

Zurück in Indien machten wir uns auf die Suche nach lokalen Abfallsammelunternehmen, denen wir in Bezug auf ihre Arbeit vertrauen können. Sie haben von uns den Auftrag bekommen, das nicht recyclebare Plastik für uns zu sammeln. Bei der Auswahl der Abfallsammelunternehmen war und ist uns wichtig, dass die Arbeitsbedingungen ihrer Müllsammler*innen sicher sind, niemand zur Arbeit gezwungen wird und die Unternehmen keine Kinderarbeit unterstützen. Wir haben sie beauftragt, die nicht wiederverwertbaren Kunststoffe für uns zu sammeln. 

Das erste “aber” konnten wir somit widerlegen.

Als nächstes sprachen wir mit Geocycle, dem Abfallentsorgungsunternehmen von Holcim, dem größten Zementhersteller der Welt. Das Unternehmen kann Kunststoffabfälle in ihrem Produktionsprozess verarbeiten, eine Technologie, die als Co-Processing bezeichnet wird. Das gesammelte, nicht recyclebare, Plastik kann hier als Brennstoff dienen und somit Kohle und Gas ersetzen. Die daraus resultierenden Überreste wie Staub, Erde oder andere mineralischen Verunreinigungen werden zu neuem Zement recycelt.
Das gesammelte, nicht recyclebare Plastik kann hier als Brennstoff dienen und somit Kohle und Gas ersetzen. Die daraus resultierenden Überreste wie Staub, Erde oder andere mineralischeVerunreinigungen werden zu neuem Zement recycelt.

Das zweite “aber” konnten wir somit auch widerlegen. 

Abschließend entwickelte Florin eine Software, die jeden Schritt des Entsorgungsprozesses erfasst. Mit unserer digitalen Plattform waren wir nun in der Lage, den angefragten Arbeitsnachweis zu erbringen. Anhand der Daten konnten die Unternehmen nachverfolgen, dass die Abfälle ordnungsgemäß gesammelt und entsorgt werden. 

Auch das dritte “aber” konnten wir widerlegen.

Vorreiter auf dem Weg zur Plastikneutralität

Nach 18 Monaten Arbeit konnten wir nun mehr als 11 Millionen Tonnen Plastikmüll, der eigentlich nicht recyclebar war, verarbeiten. 11 Millionen Tonnen Plastikmüll, die höchstwahrscheinlich im Meer versickert wären. Wir sind stolz, dass bereits über 100 Kund*innen Teil unserer Lösung des weltweiten Plastikproblems sind.

Stand heute haben wir mehr als 500 Tonnen Plastikmüll zurückgewonnen, der sonst in unseren Meeren herumtreiben würde. 

Was wir jetzt brauchen, sind mehr Unternehmen die Verantwortung übernehmen und mit uns an einer plastikneutralen Zukunft arbeiten.