Ein Guide durch die Bürowelt: Büro, Co-Working, Shared Workspaces, und Hybrid Workspaces

Sep, 2021 , 4 min


New Work, New Normal: herzlich willkommen schöne neue Arbeitswelt. Das 21. Jahrhundert überrascht uns immer wieder mit neuen Konzepten von Arbeit, Arbeiten und Arbeitsorten. Vom Büro, zu Co-Working, zum Flex Office, die Bezeichnungen für unsere Einsatzorte zum Arbeiten sind vielfältig. Doch was steckt dahinter? Wir nehmen Euch mit auf eine Zeitreise.

Der Klassiker: das Büro

Seitdem es Büroarbeit gibt, gibt es folglich auch das Büro. Dabei verändert es sich dynamisch mit dem Geist der Zeit. Die ersten “büroartigen” Arbeitsorte können bereits im alten Rom gefunden werden. Als erstes Zweckbau-Bürogebäude wird im Allgemeinen das 1726 erbaute Old Admiralty Building in London betrachtet. Während im 19. Jahrhundert kleine Einzelbüros den Standard darstellen, dominieren in den 1930ern die industrielle Effizienz des Taylorismus. Es folgte ein Wandel zu Büroräumlichkeiten, die nicht nur Platz zum Arbeiten schaffen, sondern auch die Unternehmenskultur repräsentieren sollte und einen ästhetischen Anspruch hatten. Ab den 1950ern etablierten sich Open-Plan-Büros mit einem Mix aus kleinen Büros und Open-Space-Flächen, während in den 1960ern die Bürolandschaft das Büro eroberte. Diese setzte in ihrem Design mehr auf Interaktion zwischen Teams und das Büro als sozialen Begegnungsort. Hierauf folgten die Action Offices, die eben mehr Aktion, mehr Flexibilität erlauben sollten. In den 1980ern wurde der ökonomisch-motivierte Bürokasten populär. Ab den 2000ern kommt es schließlich zu einem erneuten Umdenken und die Bürolandschaft kehrte zurück, nur eben in innovativer und moderner. Zusätzlich etablieren sich seither immer mehr Arbeitsformen- und orte. Wie etwa Co-working-Spaces, Flex Office oder Hybrid Workspaces.

Der Trend der 2010er: der Co-Working -Space und Shared Workspaces

Offiziell eröffnete der erste so betitelte Co-Working-Space im Jahre 2005 in San Francisco. Auch in Berlin eröffnete das St. Oberholz als erster Co-Working-Space und Treffpunkt für die Digitalbohème 2005. Für das Jahr 2020 erwartete das Portal Statista sage und schreibe 26,300 Co-working-Spaces weltweit. Was zeichnet Co-Working aus? Das große Merkmal von Co-Working liegt im Zusammenarbeiten. Der Co-Working Guide definiert Co-Working als „Arbeitsform, bei der Selbständige, Start-ups, Kreative und zunehmend immer mehr größere Unternehmen unter einem Dach – in einem Co-Working Space – unabhängig und gleichzeitig auch zusammen arbeiten”.  Obwohl also alle an einzelnen Projekten arbeiten, geht es auch um das Bilden einer kommunikativen Community, die sich gegenseitig unterstützt, um so Synergien zu schaffen. Co-Working-Spaces zeichnen sich vor allem durch Open-Space-Konzepte aus, die viele einzelne Arbeitsplätze anbieten. Shared Workspaces denken das Prinzip von Co-Working weiter, bzw. Ergänzen dieses für eine Zielgruppe, die primär aus Unternehmen und Teams und nicht aus Einzelpersonen besteht. Ihre Architektur besteht vor allem  privaten einzelnen Büros, die flexibel monatlich angemietet werden können sowie gemeinschaftlich genutzten Bereichen. Im Vordergrund steht die langfristige kosten- und ressourcensparende Nutzung gemeinsamer Büroflächen und nicht primär das Zusammenarbeiten in einer Community. Ein großer Unterschied zum konventionellen Büro ist hierbei, dass nicht nur ein Büro oder eine ganze Bürofläche angemietet wird, sondern dass es sich um ein “Full-Service-Paket” handelt. Hinter Shared Workspaces stehen Betreiber und keine Vermieter. Diese stellen dann die komplette Infrastruktur zum Arbeiten, von der Einrichtung des Büros, zur digitalen Infrastruktur, zur Reinigung sowie Extra-Services wie Postempfang, Community Management oder Barista-Services. Im Vergleich zu konventionellen Büros zeichnen sich Shared Workspaces durch ihre Serviceorientiertheit aus.

2020er: vom Homeoffice, Remote Work und Hybriden Arbeiten

New Work, Remote Work und das Homeoffice sind keine neuen Trends der 2020er. Während Homeoffice das Arbeiten von zu Hause beschreibt, kann Remote Working von überall geschehen – vom Strand, aus dem Co-Working-Space oder von ganz woanders. Seit der Corona-Pandemie und der (unfreiwilligen) Verlegung von Arbeiten ins Homeoffice, wird mehr denn je, ob die Arbeit aus dem Büro überhaupt noch notwendig ist. Die Antwort lautet: JEIN und drückt sich in Form von hybriden Arbeitsmodellen aus. Diese gehen davon aus, dass verschiedene Arbeitsmodi wie das Arbeiten von zu Hause, das Arbeiten von überall oder das Arbeiten aus dem Büro – sei es das konventionelle Headquarter oder der moderne Shared Workspace – in Zukunft kombiniert werden müssen. Damit soll auf die aktuellen Entwicklungen der Arbeitswelt und die veränderten Bedürfnisse von Arbeitnehmer*innen eingegangen werden. Büros müssen dabei so gestaltet werden, dass sie einen Vorteil zum Homeoffice oder  anderen Arbeitsorten bieten müssen. Und hier liegt das Geheimnis von Büros, Co-Working-Spaces und Shared Workspaces im Wandel der Zeiten: sie müssen immer mitdenken und sich dynamisch mit unserer schönen neuen Arbeitswelt verändern, anstatt von dieser abgehängt zu werden.