Interview mit Taniesha Burke über die „Erziehungsreise“

Wir haben uns mit Dr. Taniesha Burke, Mutter eines Teenagers, zertifizierte Elternpädagogin mit positiver Disziplin, Entwicklungspsychologin und Dozentin zusammengetan und veranstalten gemeinsam mit einen Workshop an unserem Veranstaltungsort Unicorn Brunnenviertel. Die Expertin hilft Eltern dabei gesunde, belastbare und einander verbundene Familienbeziehungen aufzubauen und Freude an ihrer „Erziehungsreise“ zu finden – egal unter welchen Umständen. Mehr über ihr Programm erfahrt ihr im folgenden Interview.

1.   Am 30. März 2019 veranstalten Sie eine Veranstaltung im Unicorn. Was ist der Hintergrund dieser Veranstaltung und warum haben Sie Unicorn als Veranstaltungsort gewählt?  

Der Workshop ist ein Positive Disziplin für Eltern-Workshop. Die positive Disziplin ist eine Auswahl von Erziehungsinstrumenten, die Eltern ermutigen, freundlich und bestimmt zu sein. Das übergeordnete Ziel ist es dabei, ein Gefühl der Zugehörigkeit und Verbundenheit zwischen Eltern und Kindern zu entwickeln. Gleichzeitig lernen die Kinder hier unter sozialem Druck und „Lebensstress“ ihre Kräfte konstruktiv zu nutzen.

Viele Eltern kämpfen damit die goldene Mitte zu finden. Sie sind entweder zu streng, was sich in einem Erziehungsstil mit zu wenig Zuneigung und Zärtlichkeit widerspiegelt und Bestrafungsstrategien wie Scham, Demütigung, Entzug von Privilegien oder sogar Prügel beinhaltet. Andere sind hingegen zu freundlich, aber nicht bestimmt genug, was dazu führt, dass ihre Kinder nur das tun, was sie wollen. Ziel des Workshops ist es also, den Eltern beizubringen, wie sie sowohl zärtlich und liebevoll, als auch entschlossen zu gleich erziehen können.

Ich habe mich für Unicorn als Gastgeber meines Workshops entschieden, weil sie einen ausgezeichneten, kundenorientierten Ruf haben. Bisher hat mich der Service überzeugt – das Personal war sehr unterstützend, geduldig und hilfsbereit bei allen Aspekten der Durchführung eines erfolgreichen Workshops.

2.   Ihre Mission ist es, Familien zu unterstützen und ihnen zu helfen, eine gesunde Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Können Sie uns das kurz erläutern?

Ja, absolut. Elternschaft ist eine der Erfahrungen, die wir als Erwachsene machen, die nicht mit einem Handbuch kommen. Als Eltern tragen wir eine große Verantwortung, die langfristige Auswirkungen auf unsere Kinder und die Gesellschaft als Ganzes hat.

Ursprünglich begann ich meine Karriere als Forschungswissenschaftlerin für Entwicklungspsychologie. Meine Forschung konzentriert sich auf die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Der Prozess der Forschung hat Spaß gemacht, aber er hat mich nicht vollständig erfüllt. Denn irgendwann wurde mir klar, dass viele der Forschungsergebnisse in Universitätsbibliotheken oder teuren Zeitschriften veröffentlicht sind, die weit weg von der Bevölkerung sind, die sie tatsächlich am meisten braucht. 

Stattdessen habe ich überlegt, dass es am Besten ist, den Eltern die aktuellsten und relevantesten Forschungsergebnisse durch Coaching-Programme und Elternworkshops zugänglich zu machen. Mein Ziel ist es, Eltern dabei unterstützen, das Selbstvertrauen und Wissen zu erwerben, das sie brauchen, um ihre Kinder so aufzuziehen und zu erziehen, dass die Entwicklung wichtiger Lebensfertigkeiten gefördert wird und gleichzeitig eine starke, gesunde und liebevolle Beziehung vom Säugling bis zum Erwachsenenalter aufrechterhalten wird.

Mein Leitsatz lautet: „Die Zukunft beginnt mit der Familie“ – wenn die Familie gesund ist, sind die Kinder gesund und davon profitiert die gesamte Gesellschaft. Wenn wir gesunde Familien unterstützen, fördern wir eine gesunde Gesellschaft. Meine Mission ist es, Familien auf diesem Weg zu unterstützen.

3.   Was sind deine drei wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Erziehung?

Meine besten Tipps für eine erfolgreiche Erziehung? Die Berliner unter uns sollten an meinem Workshop teilnehmen, um diese im Detail zu lernen. Ganz allgemein gesprochen, denke ich, dass man eine Vielzahl an Sachen beachten muss um in der Erziehung erfolgreich zu sein.

1.    Elternsein hat mehr mit uns zu tun, als mit unseren Kindern. Wir alle bringen bestimmte Konditionen, unsere Trauma und unsere Ängste aus der eigenen Kindheit in unsere Interaktionen und unsere Erziehung ein. Die Umgebung, die wir für unsere Kinder schaffen, spielt eine wichtige Rolle dabei, wer sie werden. Um Erziehung zu meistern, müssen Eltern sich zuerst „selbst meistern“. Dazu gehört die Heilung ihrer Kindheitswunden, nicht von Ängsten geleitet zu erziehen oder auch nicht dem Wunsch stattzugeben, ihre eigenen Kindheitsträume durch ihre Kinder zu leben.

2.    Der Fokus sollte auf dem Aufbau und der Pflege einer gesunden Bindungsbeziehung zu unseren Kindern liegen. Alle Menschen haben ein angeborenes Bedürfnis nach Bindung und Zugehörigkeitsgefühl. Wenn unsere Kinder dieses bei uns nicht finden, suchen sie woanders, um sich diesen Wunsch zu erfüllen – und oft ist das bei Gruppen von Gleichaltrigen. Die Peer Group befindet sich häufig im gleichen Entwicklungsstadium wie unsere Kinder, was bedeutet, dass sie nicht in der Lage sind, die Bedürfnisse unserer Kinder zu unterstützen und zu decken – dies kann der Anfang einer Katastrophe sein. Unser Bestreben als Eltern sollte es daher sein, eine starke Beziehung aufzubauen und dies ist auch in den Teenager-Jahren noch möglich. Mit einer gesunden und stabilen Beziehung haben wir einen größeren Einfluss auf die Entscheidungen unserer Kinder und können sie so besser unterstützen.

3.    Unsere Erziehungsstrategien müssen langfristig wirksam sein. Das bedeutet, dass sie unseren Kindern Lebensfertigkeiten wie kritisches Denken, Entscheidungsfindung, Problemlösung, emotionale Regulierung, moralische Entwicklung und emotionale Intelligenz vermitteln müssen. Wenn unsere Erziehungsstrategien effektiv sind, bereiten sie unsere Kinder angemessen auf ein Leben vor, in dem sie sich kompetent und fähig fühlen, einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. 

Ihr möchtet gerne mehr über das Thema erfahren? Dann nehmt an dem Workshop von Taniesha Burke am 30.03.19 teil.